Lola  

Dass einige Geschlechtskrankheiten
beim Militär sich nicht verbreiten,
dafür sorgt hauptsächlich der Spieß:
Er kontrolliert die Landser fies.

Zu einem Abendausgang geh′n
woll′n schließlich der Soldaten zehn.
Doch ehe sie das Tor passieren,
tut sie der Spieß gut inspizieren.

Am nächsten Morgen kommt nicht gerne
die Schar retour in die Kaserne.
Bevor man darf ins Bett zurück,
wird untersucht ihr bestes Stück.

Der Erste war arg zugerichtet,
drum auf Geheiß er schnell berichtet:
„Ich war in einem Club auf Cola.
Und anschließend war ich bei Lola!”

Genauso schlimm war′s bei dem Zweiten.
Der Spieß denkt an Geschlechtskrankheiten
und fragt ihn: „Warst du bei Karola?”
„Nein”, spricht der Landser, „es war Lola!”

Der Dritte schaut noch ärger aus:
Es ist ein ekelhafter Graus.
Das Teil sieht aus wie Gorgonzola.
Doch auch der Dritte war bei Lola.

Man kann sich′s denken, ganz bestimmt,
wie die Geschicht ihr′n Fortgang nimmt:
So geht′s vom Vierten bis zum Neunten,
dass sie die Zeit bei Lola säumten.

Doch als der zehnte Landser dann
sich untersuchen lassen kann,
da staunt der Spieß: „Das kann nicht sein!”
– Er war wie neu und auch recht rein.

Das schlimmste aber, in Vollendung,
sah Spieß nach einer Kehrtenwendung.
Was hier das Tageslicht besah,
war nicht allein zum Stuhlgang da.

Der Spieß erschrocken nur noch lacht
und fragt: „Was hast denn du gemacht?”
Der Landser, schlaff wie eine Stola,
sagt vorsichtig: „Ich war die Lola!”

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