Der Nikolaus  

Ein Handlungsreisender, der fand
im Dorfkrug draußen auf dem Land
die Unterkunft für eine Nacht.
Es wurde ihm ein Bier gebracht.

Die Gaststub wird allmählich voll.
Die Stimmung steigt, weil sie es soll.
Da kommt ein Nikolaus herein
und schaut schon alt und klapprig drein.

Er macht, weil ihm die Zeche reut,
für alle Gäst sein Kunststück heut.
′ne Walnuss legt er auf den Tisch,
dann macht er sich noch einmal frisch.

Und nimmt sein allerbestes Stück,
haut auf die Walnuss, wie verrückt,
bis diese bricht — und Nikolaus
kassiert den rauschenden Ablaus.

– Es dauerte an die fünf Jahre.
Der Reisende bringt wieder Ware.
Auch macht im Dorfkrug er den Halt
und unser Nik′laus kommt auch bald.

Die Zeche macht dem Greis Verdruss,
doch diesmal ist′s ′ne Kokosnuss,
die er mit seiner Männlichkeit
mit einem Schlag in Stücke teilt.

Der Reisende kann′s gar nicht fassen
und will sich das erklären lassen.
Der Nik′laus spricht (bei dem Gelächter):
„Jo moi, die Augen wern halt schlechter!”

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