(Ge-)Nüsse  

Gescheites weiß ich nimmermehr,
nur eins noch, ′s war bei Militär.
Das Herbstmanöver stand bevor.
Dazu traf sich das Führungschor
um einen Schauplatz auszusuchen:
Es war ′ne Lichtung, ringsum Buchen
und eine Birke mitten drin.
Sie gab den Orientierungssinn.

Die Kompanie naht tags darauf.
Schlechtwetter nahm sie auch in Kauf.
Doch dass die Birke war verschwunden,
der Feldwebel hats nicht verwunden.

Wir kennen schon die alte Leier,
der Feldwebel befiehlt dem Meier:
„Sie sind für uns jetzt unentbehrlich,
drum steh′n sie stramm,
sonst wirds gefährlich,
als Birkenbaum muchsmäuschenstill
und rühr′n sich nicht, um Gottes Will′!”
Sie steckten in ihn Birkenäste;
ganz voll damit war seine Weste.

Der Meier stand, war weit zu sehn,
so manche Stund′, bis viertel zehn.
Doch plötzlich fing bei diesem Regen
die Birke an, sich zu bewegen!
Sie tat sich schütteln an dem Ort!
Und schließlich lief die Birke fort.

Die Übung war recht gut verlaufen;
Soldaten lernten fleißig raufen.
Am Abend jedoch, beim Appell
muss Meier flugs zum Feldwebel.
‘Was Meier wohl für Gründe hat,
dass er verließ befohl′nen Platz.’
Der Feldwebel macht Meier rund:
‘Es sei Befehlsverweigerung!’

Und Meier Angst vor Strafe hat.
Drum nimmt er sich vorm Mund kein Blatt,
berichtet, wie schön still er stand,
da kam′ zwei Eichkatz angerannt.
Sie kletterten an seinen Hosen
hinauf bis an den Hosenboden.
Das eine zu dem andrem spricht:
„Was für ein schmackhaftes Gericht!
Die eine Nuss könn′ wir gleich knacken,
die andre für den Winter packen!”

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