Die Rüden  

Zwei Schäferhunde beim Arzt sich trafen
mit Maulkorb und mit Leine.
Zu dieser Zeit sie eigentlich schlafen,
doch Herrchen machte Beine.

Sie sahen beide recht traurig aus.
Der eine fragt den andern:
„Was ist dein Schicksal, wie dein Zuhaus?”
Auf und ab tat er wandern.

„Ach”, meint der Hund, „ich war ein Retter,
die Alpen ich bewohnte.
Ich suchte Menschen bei jedem Wetter
und fand sie, so dass sich′s lohnte.

Doch beim letzten Mal biss ich aus Versehn,
lang war ich schon auf Achse,
einem alten Menschen in die Zeh′n,
vielleicht auch in die Haxe.

Nun soll ich eingeschläfert werden.
Die Spritze liegt schon bereit.
Vorbei ist′s mit dem Leben auf Erden
bis in die Unendlichkeit.

Doch sprich, warum bist du denn hier?
Du bist doch noch recht jung!”
„Ich hab′ ein anderes Plaisier,
drum meine Geißelung!

Die Wirtin stieg die Wendeltreppe
bis obenauf, gar fein.
Ich sprang ihr nach, es war die nette
und spielte ‘Menschilein’.

Jetzt nun die Quittung der Wirtin kommt.
Mein Bitten tut nichts nutzen.
Mit der Zange wird der Arzt mir prompt
die Krallen zurückstutzen.”






































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