Schafmehrung  

Der Bauer Otto hat es schwer.
Auf seinem Hof, da läuft nichts mehr.
Beim Melken seiner Kühe sieht er
nicht mehr als täglich ein, zwei Liter.

Zu wenig sind auch die Finanzen,
um Raps und Weizen anzupflanzen.
Drum will von seinen letzten Pfründen
der Bauer sich ′ne Herde gründen.

Zehn Schafe und ein Bock solln′s sein,
denn Nachwuchs kommt nicht von allein.
Doch schon nach herzlich wenig Tagen
ereil′n den Otto neue Plagen.

Am Bock liegt′s, ja, so gut er rennt,
das Vieh ist leider impotent.
Der Tierarzt sagt, es sei nicht günstig,
der Otto soll befruchten künstlich.

Dass so ein neu′ Vokabular
dem Otto nicht geläufig war,
verschweigt er und er denkt bei sich:
‘Die Arbeit mache selber ich.’

Und Bauer Otto lädt recht bald
den Viehtransport zur Fahrt zum Wald.
Im Wald hört man zehnmal das Motto:
„Hier kommt die Fruchtbarkeit von Otto!”

Recht müd und von der Arbeit sauer
schläft fest und tief des Nachts der Bauer.
Doch nur drei Tage wohl vergingen,
die zeigten, ′s Werk wollt nicht gelingen.

Drum wiederholt der Landwirt flugs
die Fahrt zum Wald bei Reh und Fuchs.
Und zehnmal wieder tönt das Motto:
„Hier kommt die Fruchtbarkeit von Otto!”

Von Gründlichkeit hält Otto viel,
deshalb er wiederholt das Spiel.
Am Abend ist er dann fast tot,
sein Liebesleben aus dem Lot.

Drei Tage ruht er, träumt von Schafen;
so fest hat er noch nie geschlafen.
Kaum aufgewacht, fragt er sein Weib:
„Wie schlägt sie an die Fruchtbarkeit?”

Die Frau sagt: „Trächtig ist kein Schaf,
doch alle zehne sitzen brav,
sie warten auf den Viehtransport
und eines drückt die Hupe dort.”






































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