Camping  

– war einmal

Als wir vor 15 Jahren in Kalabrien unseren Campingurlaub verbrachten, zahlten wir für einen Stellplatz und zwei Personen 14 D-Mark pro Nacht. Man bemühte sich, mit Freundlichkeit und Aufmerksamkeit die recht einfach gehaltenen Campinganlagen zu überdecken. Natur pur, das wars! Zelte, Campingbusse, Wohnwagen und die noch bescheidenen Wohnmobile waren über den riesigen Platz weit verstreut. Wir sparten uns freie Zeit zusammen und fuhren nun regelmäßig ins Paradies. Man stelle sich vor, dass man vier Wochen Urlaub an einem Stück inclusive Hinfahrt, Proviant und Unterkunft für ganze 1400 D-Mark im Paradies machen konnte.

– Jährlich wurden die Preise erhöht. Die Wohnmobile wurden größer und größer; inzwischen wurden Mofas, Motorräder, sogar PKWs mitgeschleppt. Aus Camping wurde Zamping, eine Ausstellung begüterter Mitbürger – und wehe, der Campingnachbar besitzt eine Kühltruhe, welche größer als die eigene ist.

Mautgebühren, Stellplatzgebühren, Stromgebühren und die Baumaßnahmen für die komerzielle Urlauberbetreuung nahmen zu – dafür ging das, worauf es uns ankam, nämlich in Ruhe und ungestört den lieben, langen Tag die Seele baumeln zu lassen, immer seltener. Schließlich hielten wir auch Ausschau nach anderen Plätzen und fanden das Gegenteil in Südfrankreich. Welch ein buntes Treiben, am Tage am Strand und des Abends und nachts auf dem Platz. Zwei, drei Sommer sogen wir den Spass und die Mittelmeersonne in uns auf.
Und nun? Unser kleines Campingmobil ist veraltet. Was neues? Mal zusammenrechnen:

    Wohnmobil ab 40.000 Euro aufwärts, jährliche Steuer und Versicherung - na 1000 Euro, Stellplatzgebühr für vier Wochen 900 Euro, Maut für Hin- und Rückfahrt 150 bis 400 Euro, macht in 20 Jahren mit Reparaturen etc. gut 80.000 Euro
    Wohnwagen ab 20.000 Euro, dazu ein größeres Auto – Mehrkosten 10.000 Euro, jährliche Steuer und Versicherung – na 1000 Euro, Maut, Stellplatzgebühr etc wie oben, dazu noch die Unterstellung bei nichtbenutzen macht summa summarum in 20 Jahren gut 80.000 Euro
    kein Camping – heißt jährlich schon mal ohne Aufwand 4000 Euro Urlaubsgeld zu haben, also Urlaub in Übersee, in Asien oder Afrika.
Und das haben wir dem Preiswucher auf Campingplätzen und Autobahnen in Europa zu verdanken!









































  Impressum    erstellt: 10.05.2011 I. Geißler    zum Seitenanfang